Harmonie in deinen Zellen
16. Februar 2023

Gastartikel von Thomas Rehehäuser Prinzip Wirksamkeit

Kinder sind wunder-volle Wesen, sie stecken (am Anfang auf jeden Fall noch) voller Wunder, voller Potenzial. Sie überraschen die Eltern auf positive und nicht so positiv bewertete Art und Weise. Sie bringen Eltern kommunikativ an ihre Grenzen und darüber hinaus, nicht nur nachts um 02:34 Uhr, sondern meist 24/7.

Schnell gelangen alte Muster (Papa und Mama lassen grüßen) an die Oberfläche. Obwohl es den festen Vorsatz gab „So mache ich das nie!“, „Das mache ich später mal anders.“, kopieren Eltern ihre eigenen Eltern.

Doch diese Art der Kommunikation birgt auf Dauer die Gefahr, dass die Einzigartigkeit des Kindes, dessen Integrität, der innere Schatz eines jeden Kindes verletzt wird.

Nach der Erkenntnis, ich werde etwas ändern, folgt oft der Gang in die Buchhandlung. Deren Regale sind voll von Büchern, die dir erklären, wie du dein Kind zu behandeln hast, was du tun sollst, was nicht, wie du reden musst, wie nicht.

Dies ist erstaunlich, weil diese Autoren weder dich, noch dein Kind, noch eure Situation kennen. Sie argumentieren im besten Fall aus eigener Erfahrung (eigenes Kind, eigene Situation) oder im schlechtesten Fall aus wissenschaftlicher Denksicht (das Kind als Objekt).

Alle aufgeführten Lösungsversuche sind für deine Situation meist ungeeignet, weil es dir den direkten Blick auf dein Kind verbaut. Es belastet und zerstört die langfristige Beziehung zum Kind. Statt die Chance zu nutzen, dem Kind dort zu begegnen, wo es steht, handelt dein Verstand auf Basis von alten, fremden Regeln und Anweisungen.

Kurzfristige Erfolge blenden
Es mag zu Beginn kleine erkennbare Erfolge geben, doch mittel- und langfristig zersetzt es die Basis deiner Beziehung zum Kind. Du machst es zum Objekt deiner Handlungen, du machst es austauschbar (es könnte jedes Kind sein, das du so behandelst). Statt das Kind in seiner Einzigartigkeit und Vielfalt zu sehen, reduzierst du es zum Pawlowschen Hund Prinzip Wirksamkeit, der doch bitte auf die neue Methode anspringen soll.

Methoden können in deiner Beziehung zum Kind ein Impuls für deine Reflexion und dein mögliches Handeln sein. Sie sollten Anstöße zum eigenen Nachdenken geben. Und dabei so offen sein, dass sie auf dich, dein Kind und deine Situation anpassbar sind. Sie entlassen dich niemals aus der Verantwortung für dein Handeln und dein nicht Handeln.

Meine These ist, dass ein Großteil der Reaktion des Kindes meist nicht eine Folge der Methode, sondern eine Folge der Zugewandheit zu deinem Kind (siehe Hawthorne-Effekt, https://de.wikipedia.org/wiki/Hawthorne-Effekt) ist. D. h. es ist nicht entscheidend, was du tust, sondern dass du dich deinem Kind zuwendest.

Neue Denk- und Dialogräume
Diese Zuwendung braucht ihrerseits neue Denk- und Dialogräume. Dieser Weg führt weg von der Idee, dein Kind muss sich so und so entwickeln – weil dies deine Ziele sind. Er führt hin zu mehr Selbsterkenntnis von dir selbst. Er lädt dich ein, dich in deiner Einzigartigkeit zu entdecken. So gestärkt, begegnest du deinem Kind auf einer anderen Ebene.

Einzigartigkeit statt Standard
Diese neue Begegnung braucht keine Methoden; es braucht ein Sehen deines Kindes in seiner Einzigartigkeit; ihm dort zu begegnen, wo es gerade ist (und es NICHT dort abzuholen oder mitzunehmen).
Gehe in den Dialog, offen, ohne Methoden, ohne Lösungen, ohne was sein sollte. Dabei helfen dir vielleicht die Impulse der Theory of Mind, mit einem guten Erklärvideo für Eltern.
Prinzip Wirksamkeit

Wer sich der Kraft des Augenblicks in einer menschlichen Begegnung öffnet, erfährt wahre Bezogenheit, wahre Bindung, die im Leben trägt.

Was braucht es dazu?
Dazu braucht es Reflexion der eigenen Gedanken und Denkprozesse. Es führt zur Selbsterkenntnis, um sich selbst besser zu er-kennen.

Das ist die schlechte und die gute Nachricht: Die Lösung in der Kommunikation mit deinem Kind liegt bei dir. Schlecht, weil du es nicht auf dein Kind abschieben kannst. Gut, weil du es somit in deiner Hand hast, es zu wandeln.

Wie kannst du beginnen?
Erlebe einen geschützter Dialog- und Denkraum, in dem du dich ausprobierst, erfahren und erleben kannst, ohne bewertet zu werden. Dies kann das Gespräch mit deinem Partner, mit Freunden, den eigenen Eltern oder mit deinen Kindern sein.

Einen solchen Raum zu erleben, stärkt dich von innen heraus, fördert deine Einzigkeit zu Tage und bringt deine Individualität zu strahlen. Und danach bist du besser in der Lage, dein Kind zu stärken, seine Einzigartigkeit zu fördern und seine Individualität zum Leuchten zu bringen.

Eine weitere Möglichkeit einen solchen Dialog- und Denkraum zu erleben, ist das Sokratische Gespräche Online. In einem geschützten Raum beobachtest du deine eigenen Kommunikations- und Denkprozesse, erkundest und reflektierst deine unfertigen Gedanken. Somit steigerst du deine Selbsterkenntnis und reagierst am Ende gelassener auf die vielfältigen Situationen in deinem Leben.

Mehr darüber unter Prinzip Wirksamkeit

Thomas Rehehäuser ist Trainer, Coach und Moderator für Selbst- und Gruppenwirksamkeit. Er begleitet seit über 25 Jahren Menschen und Organisationen auf ihrem Weg zu mehr Wirksamkeit. Sein Motto: „Ich möchte Menschen ermutigen, inspirieren und einladen, die zu sein, die sie noch nicht zu sein wagen.“ Mehr zu ihm findest du auf Prinzip Wirksamkeit.